Lust auf Rügen?
Geschichte

Die Geschichte:

Vor ca. 10.000 Jahren, als das Eis der letzten Eiszeit geschmolzen war und die Ostsee einen erheblich höheren Wasserstand auswies, ragten Inselkerne hervor, die Höhen der Insel Hiddensee, der Granitz, Jasmunds, Wittows und andere. Wasser und Wind arbeiteten diese ab und lagerten das Material in Strömungsschatten ab. Es entstanden Verbindungen (Nehrungen) zwischen den Inselkernen wie z.B. die “Schmale Heide” oder die “Schaabe”, welche Teile der Ostsee abschnitten und zu Bodden degradierten.  Nach dem Ende der Eiszeit besiedelten Germanen die von der Ostsee freigegebenen Bereiche.  Die Anwesenheit der Jäger und Sammler der mittleren Steinzeit vor ca. 6.000 Jahren und die in der Jungsteinzeit lebenden Ackerbauern und Viehzüchter ist in Form zahlreicher bearbeiteter Feuersteine dokumentiert.

Ca. 8000 v. Chr.: Die Besiedlung Rügens und Hiddensees in der mittleren Steinzeit wird durch Funde von Pfeilspitzen bei Bergen, Stedar und Silvitz und einer Harpune aus Rentiergeweih bei Venz belegt.

4.000 bis 3.000 v. Chr.: Lietzow-Kultur. Sie wurde nach dem Ort zwischen dem Großen und Kleinen Jasmunder Bodden genannt. Hier wurde ein reicher Bestand an Feuersteingeräten sowie der älteste menschliche Schädel auf Rügen entdeckt.

3.000 bis 1.800 v. Chr.: In verschiedenen Regionen Rügens ent- stehen Großsteingräber, wie bedeutende Keramikfunde bei Gingst belegen.

Ca. 1.800 v. Chr.: Die Kultur der Großsteingräber wird durch die Einzelgrabkultur abgelöst.

Ca. 1.800 bis 600 v Chr.: Bronzezeit - aus Funden von Urnefried- höfen lässt sich schliessen, dass die Verstorbenen verbrannt wurden. Anlage von Hügelgräbern. Fund von aus Bronze gefertigten Waffen und Schmuckstücken.

Ca. 600 v. Chr. bis 75 n. Chr.: Funde römischen Kunsthandwerks, das vermutlich durch Tauschhandel nach Rügen gelangte. In der Eiszeit besiedeln die ostgermanischen Rugier Rügen und Hiddensee.

3. bis 6. Jahrhundert: Zeit der Völkerwanderung - die Rugier verlassen Rügen und Hiddensee und ziehen nach Süden.

7. bis 13. Jahrhundert: Seit Beginn des 7. Jh. besiedeln die aus Südosten kommenden Ranen die inzwischen fast entvölkerte Insel. Die Tempelburg Arkona wird nach der Zerstörung der Kultstätte Rethra (bei Feldberg in Mecklenburg) zu einem der wichtigsten Heiligtümer der Westslawen. Auf dem Rugard bei Bergen entsteht das Verwaltungszentrum der Slawenfürsten.

Um 1.000: Erste schriftliche Zeugnisse über die Insel Rügen vom Chronisten Adam von Bremen; im 12. Jh. verfasst Helmold von Bosau eine Chronik der Wenden, in der auch Rügen erwähnt wird.

1168: die Dänen erobern unter König Waldemar I. und Bischof Absolon von Roskilde die Insel und zerstören die Tempelburg Arkona; der Stammesfürst Jaromar unterwirft sich und wird dänischer Lehnsträger; Beginn der Christianisierung Rügens und Hiddensees.

1193: In Bergen wird ein Zisterzienserrinnenkloster gegründet, dessen Gotteshaus - die Marienkirche - der älteste erhaltene Sakralbau Rügens ist.

1296: Fürst Witzlaw II. schenkt die Insel Hiddensee dem Zister- zienserkloster Neuenkamp (heute Franzburg bei Grimmen).

1297: In den fast fertiggestellten Klosterbau auf Hiddensee halten Mönche Einzug. Grieben, heute ein Ortsteil von Kloster, wird erstmals urkundlich genannt.

1319: die Stadt Garz wird erstmals schriftlich erwähnt.

1325: Der letzte slawische Stammesfürst Witzlaw III. (der einzige bekannte Minnesänger im norddeutschen Raum) stirbt, mit ihm erlischt das ranische Fürstenhaus, Rügen, Hiddensee und das zugehörige festländische Gebiet fallen daraufhin an das Herzogtum Pommern-Wolgast, die Kirchen bleiben noch zwei Jahrhunderte dem dänischen Bistum Roskilde unterstellt.

14. bis 15. Jh.: Die auf Rügen und Hiddensee ansässigen Adels- geschlechter, die über große Ländereien verfügen, gewinnen die faktische Macht über die Inseln; zum führenden Zweig steigt dass Geschlecht derer zu Putbus auf.

1534: Der Landtag zu Treptow beschließt, den protestantischen Glauben in Pommern als Landesreligion einzuführen, das Bergener und das Hiddenseer Kloster werden säkularisiert und fallen samt Grundbesitz und Inventar an den pommerschen Herzog.

1613: Nach Garz erhält Bergen das Stadtrecht.

1621 - 1631: Im Oktober 1621 wird Bergen durch einen verheerenden Brand größtenteils zerstört.

1625: treten auf Rügen erste Pesterkrankungen auf, die sich bis 1629 zu einer Epidemie ausweiten. Es herrscht, bedingt durch den Dreißigjährigen Krieg, Hungersnot auf den Inseln.  Zwischen 1627 und 1631 werden Rügen und Hiddensee von Dänen, Schweden und den Truppen Wallensteins besetzt, geplündert und verwüstet.

1648: Im Westfälischen Frieden wird Rügen zusammen mit West- pommern den Schweden zugesprochen.

1650: Der schwedische Feldmarschal Carl Gustav von Wrangel, Generalgouverneur von Pommern auf Rügen, lässt Schloss Spyker auf Rügen zu einer standesgemäßen Residenz umbauen.

17. bis 18. Jh.: Der Großteil der Landbevölkerung auf Rügen und Hiddensee wird durch das “Bauernlegen” in die Leibeigenschaft gepresst - adlige Gutsherren bemächtigen sich der Güter wehrloser Bauern und zwingen diese in eine sklavenähnliche Form der Abhängigkeit; 1783 sind von 23.000 Rüganern 15.000 leibeigen.

1657: Während des Schwedisch-Polnischen Krieges landet eine dänische Flotte auf Rügen und zerstört mehrere Orte. Der Stralsunder Ratsherr Berend von Wolfradt kauft Hiddensee, die schwedische Oberhoheit bleibt aber erhalten.

1678: Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, der mit den Dänen verbündet ist, lässt während des Krieges gegen Schweden (1674-1679) in der Bucht von Stresow seine Truppen landen und die schwedischen Festungen stürmen, Rügen bleibt aber in schwedischem Besitz.

1715: Im nordischen Krieg landet eine brandenburgisch-preußische Streitmacht unter Fürst Leopold von Anhalt-Dessau an der Südküste Rügens und schlägt die schwedischen Truppen unter König Carl XII.

1769: Am 26. Dezember wird in Groß Schoritz  Ernst Moritz Arndt, als Sohn eines aus der Leibeigenschaft entlassenen Bauern geboren.

1806: König Gustav IV. Adolf verbietet in allen deutschen Besitzungen der schwedischen Krone die Leibeigenschaft.

1810: Gründung der Stadt Putbus durch Wilhelm Malte I.

1815: Der Wiener Kongress beschließt, dass Rügen und Hiddensee künftig zu Preußen gehören.

1816: Fürst Wilhelm Malte I. gründet in Putbus das zweite Bad auf der Insel.

1826: Nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel entsteht bei Arkona der erste neuzeitliche Leuchtturm auf Rügen, der 75 Jahre lang mit Petroleum betrieben wird.

1835: Hiddensee wird Besitz des Klosters “Zum Heiligen Geist” in Stralsund.

1837 - 1843: Bau des fürstlichen Jagdschlosses Granitz.

1844: In Sassnitz wird die erste Fabrik zur Herstellung von Schlämmkreide in Betrieb genommen.

Ab 1860: Sassnitz entwickelt sich zum führenden Badeort auf Rügen.

1864: Während des Deutsch-Dänischen Krieges wie auch sechs Jahre später im Deutsch-Französischen Krieg kommt es vor Hiddensees Küste zu Seegefechten.

1872: Fund des Hiddenseer Goldschatzes.

1883: Eröffnung des Eisenbahnprojekts Stralsund - Altefähr, die Bahnstrecke verläuft bis nach Bergen.

1895: Zwischen Putbus und Binz nimmt eine Kleinbahn ihren Betrieb auf; 1896 wird die Strecke bis nach Göhren erweitert.

1897: Zwischen dem schwedischen Trelleborg und Sassnitz wird eine Dampferlinie eingerichtet, die Personen und Güter transportiert.

1909: Zwischen Sassnitz und Trelleborg werden Eisenbahnfähren eingesetzt.

1936: Fertigstellung des Rügendammes; durch die 2,5 km lange Strecke ist Rügen nun mit dem Festland verbunden.

1938: Baubeginn des “Kraft-durch-Freude” - Bades Prora auf Rügen, ein Renommierprojekt der Nationalsozialisten, das unvollendet bleibt.

1945: Am 6 März werden durch Luftangriffe der Alliierten auf Sassnitz die Hafen- und Bahnanlagen zerstört. Der deutsche Kommandeur lässt  kurz vor Kriegsende den Rügendamm sprengen. Im September werden auf Rügen und Hiddensee die Gutsbesitzer enteignet. Polen fordert, Rügen in ein UNO-Protektorat umzuwandeln.

1949: Das Fischkombinat Sassnitz wird gegründet.

1952: Trotz teilweise erheblichen Widerstands der Bauern entstehen die ersten landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften.        1960 schließen sich die letzten noch selbständig wirtschaftenden Einzelbetriebe den LPGs an.

1953: In der “Aktion Rose” werden auf Rügen die letzten verbliebenen Inhaber von Pensionen und Hotels wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen enteignet.

1964: In Glowe geht die Hochseefunkanlage “Rügen-Radio” in Betrieb.

1972: In Binz und anderen Badeorten  wird mit dem Bau großer Ferienanlagen begonnen, die fast ausschließlich für Mitglieder des FDGB bestimmt sind.

1986: In Mukran wird der Güterfährhafen in Betrieb genommen. Es besteht nun eine direkte Fährverbindung zwischen Rügen und dem litauischen Klaipeda; die Westgruppe der Roten Armee hatte die Einrichtung dieser Linie veranlasst, um nicht mehr auf den Landweg durch das politisch instabile Polen angewiesen zu sein.

1989: Im Herbst kommt es auch auf Rügen zu Demonstrationen gegen die SED-Regierung; Zentrum des Widerstandes ist Bergen.

ab 1990: Rügen erwacht wieder zu neuer Blüte. Sie ist wieder Deutschlands schönste Insel.

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